"Lebenstraining ist das hier"

[Northeim] - Die coronabedingte Pause der Tano (Tagesstätte für psychisch erkrankte Menschen des Albert-Schweitzer-Familienwerk e.V.) war einmalig in der Geschichte der Tagesstätte. Mit einem angepassten Hygienekonzept kann der Betrieb glücklicherweise längst wieder regulär stattfinden, auch Anfragen zur Neuaufnahme können jederzeit gestellt werden. Telefonisch ist dies unter: 05551 – 977 319 möglich.

Das Angebot der Tagesstätte Northeim – Tano ist zum Erhalt einer stabilisierenden Tagesroutine für die Klient*innen sehr wichtig. Auch die sozialen Begegnungen sowie das gemeinsame Erleben sinnvoller Aktivitäten und Gesprächsangebote geben einen zuverlässigen Halt. Die Schließung der Tagesstätte aufgrund der Corona-Lage im vergangenen Jahr war für die Tano-Klient*innen sehr schwierig. Plötzlich fehlte die Tagesstruktur und für viele gab es keinen verlässlichen Gesprächspartner mehr. Eine Situation, die für einige schnell zu Überforderung, Ängsten und persönlichen Krisen führen kann. Besonders für Alleinstehende sind die gesetzlichen Auflagen in der Corona-Pandemie hart und können zur Vereinsamung und Isolation führen. D.Ellershaus*, der die Tano seit 2007 regelmäßig besucht, hat eine solche Situation erlebt: „Je länger zu war, desto mehr bin ich in alte Gewohnheiten gefallen. Ich will die Struktur beibehalten und nicht nur so in den Tag hineinleben.“

Psychische Erkrankung kann jeden treffen

Eine psychische Erkrankung kann jeden treffen und der Bedarf an konkreten Hilfsangeboten ist groß. Die Tano bietet mit ihrem klient*innenzentrierten Konzept einen vertrauensvollen Ort, eine sichere Basis und professionelle Begleitung.

„Ich kann neugierig auf mich selbst sein und mir ein echtes Interesse entgegenbringen. Befinde ich mich auf dem für mich richtigen Weg?“ Das Begleitkonzept der TaNo wurde auch aus Sicht der Klient*innen verfasst. Dieses Zitat zeigt wie bedeutsam der Besuch der Tagesstätten für den Einzelnen sein kann. 

Die Besucher*innen der Tagesstätte Northeim können als „Expert*innen für ihr Leben“ die Angebote der Begegnung, der Gespräche und der Betätigung von montags bis freitags in Anspruch nehmen. Die Mitarbeiter*innen der Tano sind dabei „Wegbegleiter*innen“ für ein selbstbestimmtes und eigenmotiviertes Leben.

„Ich komme gern in die Tano, weil es mir dann gut geht. Die Struktur, die Abwechslung, andere Themen, neue Leute zu treffen und nicht schlecht über andere zu reden. Ich fühle mich wohl mit den Leuten und es gibt auch Reibereien. Lebenstraining ist das hier, Herausforderung“ berichtet G. Vollmer*, der seit langem ein Besucher der Tano ist.

Struktur für den Alltag

Zum Tano-Alltag gehört der Start in den Tag mit einem gemeinsamen Frühstück und anschließender Morgenrunde. Der weitere Tag findet dann je nach Interessenlage und individuellen Zielen statt. Jeder Tano-Klient und jede Tano-Klientin legt vor der Aufnahme zusammen mit dem Kostenträger seine Ziele fest. Die Mitarbeitenden der Tano haben gemeinsam mit den Klienten im Blick ob diese Ziele passen, verfolgt  und erreicht werden. Die Tano-Tage werden z.B. mit Gesprächen, Spielen, Corona-konformen Besuchen des Marktes oder des nahegelegenen Parks sowie der Nutzung der Außenanlage gefüllt. Ein sehr gut ausgestatteter Beschäftigungsbereich und eine Holzwerkstatt für kreatives Werken und Gestalten stehen zur Verfügung. Auch ein großer und ein kleiner Gruppenraum für angeleitete Entspannungsübungen oder thematische Gesprächsrunden oder zur Nutzung für kreative Angebote sind vorhanden. Die Klient*innen finden jederzeit in den Mitarbeitenden verlässliche und kompetente Ansprechpartner.

Die Mitarbeiter*innen hinterfragen ihr Angebot und überprüfen dies gemeinsam mit den Klient*innen. Auch das wird im Begleitkonzept deutlich:

„Ich biete Vertrauen, Vorurteilsfreiheit, Wohlwollen und Offenheit für die Klient*innen“

Nicht nur Northeimer*innen, sondern auch Klient*innen aus den umliegenden Ortschaften haben die Möglichkeit, die Tano zu besuchen. Ein Fahrdienst am Morgen und am Nachmittag ermöglicht dies.

Dennoch haben die gesetzlichen Auflagen zur Pandemiebekämpfung auch in der Tagesstätte Tano zu neuen Herausforderungen geführt. Die Reaktion des Tano-Teams auf diese Herausforderungen erfolgte ganz im Sinne Albert Schweitzers, „Neues zu schaffen hat mehr Wert, als zu protestieren.“

Hintergrund:

Die Tagesstätte Northeim ist ein teilstationäres Angebot im Rahmen der Eingliederungshilfe für volljährige, psychisch erkrankte oder seelisch behinderte Menschen im Landkreis Northeim. Die Übernahme der Kosten für den Besuch der Tagesstätte kann beim zuständigen Sozialhilfeträger beantragt werden. Bei der Antragstellung ist das Team der Tano gern behilflich.

Bei Interesse am Angebot der Tano ist die Kontaktaufnahme jederzeit unter der Telefonnummer 05551 – 977 319 möglich.

Die Tano hat montags bis donnerstags von 9 Uhr bis 15 Uhr geöffnet und am Freitag von 9 Uhr bis 13 Uhr.

Die Räume der Tagesstätte finden sich in der Bahnhofstraße 26 in Northeim. Das Team ist auch unter der Emailadresse: zu erreichen.