Barrierefreiheit für Uslar - Kunstprojekt macht auch auf Probleme aufmerksam

Uslar – Das große Kunstprojekt, das das Kinderdorf Uslar des Albert-Schweitzer-Familienwerks anlässlich seines 60-jährigen Bestehens ab Sonntag, 18. Juli, in der Innenstadt startet, ist auch mit der Botschaft für ein barrierefreies Uslar verbunden.

Das kam so: Die Organisatoren und Beteiligten aus dem Kinderdorf haben auch die 34-jährige Selvi gefragt, ob sie mitmachen würde. Selvi wird nach vielen Jahren im Kinderdorf und im Betreuten Jugendwohnen inzwischen in ihrer eigenen Wohnung durch das Jugendwohnen ambulant betreut, heißt es.

Sie ist durch eine Erkrankung auf einen Rollstuhl angewiesen. Selvis spontane Reaktion: „Ich mache mit und werde damit eine Botschaft verbinden!“ Aus dieser Idee entstand ein bunt besprayter Rollstuhl und der Aufruf für ein barrierefreies Uslar.

Das Familienwerk berichtet, dass es schon lange ein Anliegen von Selvi ist, auf die vielen Hürden und Hindernisse aufmerksam zu machen, die ein Leben mit Rollstuhl auch in Uslar bedeutet. Sie stellt dazu Fragen, will aufmerksam machen und zum Nachdenken anregen:

 Wer macht sich Gedanken, wie man Geschäfte, Lokale oder Dienstleistungen wie Friseure erreichen kann?
■   Wer weiß, wie viele oder besser wie wenige Geschäfte in der Innenstadt mit dem Rollstuhl befahrbar sind?

■   Gibt es Lokale mit einer ebenerdigen, barrierefreien Toilette?

■   Wie kommt man ins Bürgerbüro, wenn man keine Stufen laufen kann?

Barrierefreiheit ist nicht nur für Rollstuhlfahrerinnen wie Selvi eine wichtige Voraussetzung für ein eigenständiges Leben, sondern ebenso für ältere Menschen mit Rollator und junge Mütter mit Kinderwagen. Selvi: „Es geht um ein Stück Lebensqualität, für das sich alle in der Stadt einsetzen sollten.“   

Quelle: HNA, Frank Schneider