Eine neue Normalität: Vom Kontaktverbot zur Mund-Nasen-Maske

Der aufgrund der Corona-Pandemie verhängte Lock-Down hat auch die Albert-Schweitzer-Altenhilfe in Bleckede hart getroffen. Von jetzt auf gleich waren Bewohner wie Mitarbeiter mit einer noch nie da gewesenen Situation konfrontiert. Für die Bewohner waren die Einschränkungen gleich doppelt heftig. Nicht nur konnten sie plötzlich keinen Besuch ihrer Lieben – wie Verwandte und Freunde - mehr empfangen, auch durften sie untereinander keinen nahen Kontakt mehr haben. Und auf den Punkt gebracht: Es hat schon etwas paradoxes, wenn man mit den Menschen, mit denen man sich normalerweise über alles Wichtige austauscht, plötzlich keinen persönlichen Kontakt mehr haben kann. Die Mitarbeiter*innen in der Albert-Schweitzer-Altenhilfe waren zu diesem Zeitpunkt nicht nur die einzigen persönlichen Kontakte der Bewohner, sondern auch gleichzeitig wie ein Fels in der Brandung. Beinah übermenschlich versuchten sie jeden Tag aufs Neue, „ihren Bewohnern“ mittels Gespräche, Zuwendung und Aufmunterungen durch die Hochzeit der Krise zu helfen. Sie kümmerten sich nicht nur physisch um sie und machten ihre Präsenz so deutlich wie möglich, sondern hatten insbesondere auch immer ein offenes Ohr für die beängstigenden Nöte der Seniorinnen und Senioren.

Eine harte Herausforderung für Alle

Doch auch an den Mitarbeitenden ging der Lock-Down nicht spurlos vorüber. Obwohl die hygienischen Standards in der Albert-Schweitzer-Altenhilfe ohnehin sehr hoch sind und bereits mit dem Hygienesiegel ausgezeichnet wurden, war der Druck enorm hoch. Corona stellte eine permanente Bedrohung dar, gegen die man Minute für Minute ankämpfte. Es wurde wichtig, die Lager für Schutzausrüstungen auf eine im Vergleich zum Alltag stark überhöhte Kapazität aufzustocken. Doch schon hier zeigte sich das nächste Problem, denn die Bestände wurden auch im professionellen Handel knapp und knapper. Das Durcharbeiten einer Schicht mit Mund-und-Nasenmaske bleibt zudem besonders anstrengend und distanziert Bewohner und Mitarbeiter auf sehr unschöne und vor allem ungewohnte Weise voneinander. Mit Maske im Gesicht fehlt eben ein Stück Persönlichkeit. Aus all diesen Gründen war und ist die Empathie der Mitarbeiter gegenüber den Bewohnern sehr gefragt, berichtet Altenhilfe-Leiterin Uta Ohme und fügt noch an: „Liebevolle Hilfen und professionelle Begleitung konnten glücklicherweise die Lücken füllen, die die Besuchseinschränkungen bei den uns anvertrauten Menschen hinterließen.“

Erste Annäherung dank Besuchsregellockerung

Der ungewohnte Alltagskontakt mit Maske ist auch bis heute so geblieben. Doch glücklicherweise konnten die Besuchsverbote zwischenzeitlich gelockert werden. Zunächst aber schrittweise: Gleich nach dem Ende des Lock-Downs wurde in der Albert-Schweitzer-Altenhilfe in Bleckede ein spezielles Besucherzimmer eingerichtet. Endlich konnten Verwandte wieder zu ihren Liebsten. Aber trotz großer Freude über diese Lockerung: Der Besuch blieb auf Abstand und körperliche Nähe wurde durch eine Plexiglasvorrichtung zwischen Bewohnern und Besuch verhindert. Ein komisches Gefühl, welches durch die vorherigen Kontaktverbote dennoch Freude auslösen konnte. Im Angesicht seiner Liebsten zu sitzen, war immerhin in den Wochen zuvor nur ein Traum.

Doch Träume können zu etwas Großem reifen: Und so ist es Besucher*innen in der Albert-Schweitzer-Altenhilfe aktuell wieder möglich, ihre Verwandten und Freunde auf ihren Zimmern zu besuchen. Selbstverständlich bleibt die obligatorische Maske hierbei Pflicht, aber wie viel besser ist dieser persönliche und nahe Besuch! Mit den Maskenvorschriften und den erhöht hygienischen Anforderungen auch an die Besucher wird man noch lange leben müssen. Aber die Zeit ohne Kontakte nach außen endlich und gut überstanden zu haben, darüber freut sich jeder Einzelne in der Altenhilfe. Wichtig ist lediglich die vorherige Absprache mit dem Personal, zur Terminfindung.

Leiterin Uta Ohme ist es jetzt auch ein Herzensanliegen, ihren Mitarbeitenden ein großes Dankeschön auszusprechen, und sie betont: „Unsere gesamte Belegschaft macht einen tollen Job. Die Mitarbeiter leisten jeden Tag schwere Arbeit unter Mundschutz und setzen dabei ihre eigene Gesundheit aufs Spiel, da der Mindestabstand im Tagesablauf kaum eingehalten werden kann.“